Mobilität verbessern

Der Verkehr in unserer Region hat in den letzten Jahren stark zugenommen und wird weiter wachsen. Das liegt vor allem daran, dass Nordrhein-Westfalen in Europa zu einer wichtigen Transitregion geworden ist. 

Die Menschen wollen aber mobil sein – überfüllte Bahnen und Staus auf den Straßen sind ein Ärgernis, das nicht nur die Menschen, sondern auch die Umwelt belastet.

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben. Für Regionen mit Ballungszentren ist zudem eine umweltfreundliche und gut funktionierende Verkehrsinfrastruktur unbedingt notwendig. Ich möchte mich daher dafür einsetzen, dass unsere Region hier entlastet wird.

Durch den Beitritt der ost- und südosteuropäischen Länder, den mangelnden Tiefseehäfen in Südeuropa und dem Ausbau, den die Häfen in den Niederlanden und Belgien (Zeebrüge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam – die so genannten ZARA-Häfen) betreiben, wird der Warentransport durch NRW sich vermutlich noch deutlich verstärken. Der Verkehr, der sich rund um die Ballungszentren in unserer Region ohnehin aufgrund der steigenden Pendlerverkehre staut, wird durch diese Entwicklung noch mehr zunehmen. Und steigender Verkehr bringt auch Lärm und Luftverschmutzung mit sich.

Die Verkehrsinfrastruktur in der Region ist jedoch in keinem guten Zustand. An vielen Orten besteht Bedarf für den Ausbau, unsere Brücken drohen einzustürzen, eine bessere Anbindung und Vernetzung der Verkehrsträger insgesamt wäre wünschenswert. Gleichzeitig gilt: Dort, wo Infrastruktur ausgebaut wird, kostet es Geld, geht Fläche verloren und sind die Anwohnerinnen und Anwohner selten begeistert. Das alles muss politisch moderiert werden.

Die Verantwortung für den Infrastrukturausbau liegt jedoch größtenteils beim Bund. Es ist nicht hinnehmbar, dass NRW dabei schon seit Jahrzehnten vollkommen vernachlässigt wird. Die Bedeutung der ZARA-Häfen findet beispielsweise keine Berücksichtigung im nationalen Hafenkonzept des Bundes. Doch auch die EU sollte angesichts der Auswirkungen des europäischen Warenverkehrs stärker Verantwortung übernehmen und sich dafür einsetzen, dass die Belastungen nicht einseitig von den Regionen getragen werden müssen, die den Transitverkehr stemmen.

Der öffentliche Nahverkehr und der Güterverkehr auf Wasser und Schiene sollte Priorität haben, um den Menschen und Unternehmen einen Anreiz zu geben, auf umweltverträglichere Verkehrsmittel umzusteigen. Es gibt in diesem Bereich sehr viel zu tun.